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Kulturpass - Kultur für alle

Grußwort von Petra Roth
Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main





„Kultur für ALLE e.V. hat ein Projekt erdacht und realisiert, dass uns
allen nachhaltig zu denken geben sollte. Einen Kulturpass für Bedürftige.

Auch in einer globalen Welt dürfen nicht nur das Wirtschaftsdenken und das Streben nach materiellem Gewinn im Mittelpunkt stehen. Mittelpunkt ist vielmehr der Mensch und sein Recht auf ein würdiges und erfülltes Dasein.

Einmal wieder ins Theater gehen oder ein Konzert besuchen, können sich
viele Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, nicht leisten. Hier Abhilfe zu schaffen, hat sich Kultur für ALLE e.V. zur Aufgabe
gemacht.

Der Verein ermöglicht bedürftigen Frankfurterinnen und Frankfurtern die Teilnahme an Kultur. Konzerte, Ausstellungen, Theateraufführungen und andere Veranstaltungen können für jeweils einen Euro, von Kindern für
50 Cent, besucht werden.

Mein Dank und meine Anerkennung gilt all jenen, die mit großem Engagement zum guten Gelingen des Projektes beigetragen haben“

Petra Roth

Kultur

Kultur durchdringt alle Lebensbereiche.
Kultur ist Motor für gesellschaftliche Entwicklungen.
Kultur setzt Impulse für Veränderungen.
Kultur lässt Menschen teilhaben, fordert sie heraus und ermutigt.
Kultur ist nicht exklusiv, Kultur ist inklusiv.


Kulturpass

Kultur für ALLE e.V. gibt den Kulturpass an Interessierte aus.
Der Kulturpass ist ein scheckkartenähnlicher Ausweis, mit dem der InhaberIn sich, in Verbindung mit einem Lichtbildausweis, an den Kassen der Veranstalter ausweisen kann.
Der Kulturpass kostet für Erwachsene und Jugendliche € 1,00 , für Kinder bis 13 Jahre € 0,50.
Der Kulturpass ist ein Jahr gültig (SeniorInnen über 65 – 2 Jahre) und muss dann erneut beantragt werden.
Kultur für ALLE e.V. prüft und dokumentiert, ob die Antragsteller aufgrund ihrer sozialen Situation berechtigt sind, um Missbrauch zu verhindern.

Ich bekomme einen Kulturpass, weil…

  • Ich habe einen „Frankfurt-Pass“ (Vorlage erforderlich)
    oder
  • Ich beziehe Arbeitslosengeld II /Hartz IV (Vorlage des Bescheides)
  • Ich beziehe Hilfe zum Lebensunterhalt (Vorlage des Bescheides)
  • Ich bin Rentner / Rentnerin und beziehe Grundsicherung (Vorlage des Bescheides)
  • Ich beziehe Hilfe nach dem Asylbewerbergesetz (Vorlage des Bescheides)
  • Die in meinem Haushalt lebenden Kinder unter 14 Jahre leben unter einer der vorgenannten Bedingungen (Vorlage des Bescheids)
  • Ich bin wohnsitzlos (Vorlage einer Bestätigung des Sozialrathaus)
  • Ich beziehe BAFÖG (nur mit „Frankfurt-Pass“)
  • Kulturpassantrag - 103 KB

Wo bekomme ich einen Kulturpass?

Frankfurter Arbeitslosen Zentrum (FALZ) e.V.
Friedberger Anlage 24
60316 Frankfurt am Main
www.falz.org
(U 4, Station Merianplatz am Park zwischen unterer Berger Straße/Zoo)
Freitag von 10:00 – 14:00 Uhr

und

ökumenischen Familienmarkt von Caritas und Diakonie in Bornheim
Freiligrathstr. 37 – 39
60385 Frankfurt am Main
www.familienmarkt-frankfurt.de
(mit der U 4 bis Bornheim Mitte)
Montag bis Mittwoch von 13:00 – 16:00 Uhr
Donnerstag von 13:00 – 18:00 Uhr

Lazarus Wohnsitzlosenhilfe e.V.
Affentorplatz 2 (Sachsenhausen)
60594 Frankfurt am Main
www.lazarus-frankfurt.de
(Bus Linie 36 – Haltestelle Affentorplatz)
Mittwoch von 13:00 – 16:00 Uhr

Sozialmarkt der GFFB
Mainzer Landstrasse 349 (Gallus)
60326 Frankfurt am Main
(Trambahn Linie 11 – Haltestelle Schwalbacher Straße)
Montag bis Donnerstag von 09:00 – 16:00 Uhr

Diakonisches Werk
Rotteckstraße 16 (Frankfurt-Nordend)
60316 Frankfurt am Main
(Bus Linie 30, Tram-Bahn 12)
Montag und Donnerstag von 13:00 – 16:00 Uhr
Dienstag und Freitag von 09:00 – 12:00 Uhr

Caritasverband Frankfurt e.V.
Allgemeine Sozialberatung – Erstkontaktstelle
Alte Mainzer Gasse 10 (Nähe Römer)
60311 Frankfurt am Main
Montag bis Freitag von 10:00 – 12:00 Uhr

i-Punkt Katholischer Kirchenladen
Liebfrauenstraße 2 (Nähe Zeil)
60313 Frankfurt am Main
www.kirchenladen-frankfurt.de
Montag bis Freitag von 10:00 – 18:00 Uhr
Samstag von 10:00 – 16:00 Uhr

Caritasverband Frankfurt e.V.
Quartiersmanagement Gallus
Stadtteilbüro Soziale Stadt
Frankenallee 166 – 168
60326 Frankfurt am Main
(Trambahn Linie 11 & 21 – Haltestelle Rebstöcker Straße‎)
Montag von 10:00 – 15:00 Uhr

Bürgerinstitut e.V.
Oberlindau 20 (Westend/Rothschildpark)
60323 Frankfurt am Main
www.buergerinstitut-ffm.de
(mit der U-Bahn U6 / U7 bis Alte Oper)
Montag – Freitag 09:00 – 16:00 Uhr

und bald an vielen weiteren Ausgabestellen.

Wie komme ich wo hin? Mit Bus und Bahn.

Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu unseren Kulturpassausgabestellen oder zu den Veranstaltungen, die Sie unter “Angebote” finden, fahren möchten, können Sie hier die beste Verbindung suchen.
Natürlich können Sie diese Funktion auch für Ihre sonstigen privaten Fahrplanauskünfte nutzen.
Noch ein Grund unsere Homepage zu besuchen!

RMV Fahrplanauskunft
Beliebig Bhf / Haltestelle Ort, Straße Nr. Sehenswürdigkeit
Von
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Nach
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Verehrt und verfemt – Marc Chagall und Deutschland

Chagall und Deutschland – das ist die komplizierte, ein Leben lang andauernde Wechselbeziehung zwischen einem der bedeutendsten Künstler der Moderne und einem Land, das zu Anfang des 20. Jahrhunderts einen ungeheuren künstlerischen Aufbruch erlebt hatte, der jedoch durch den Nationalsozialismus abrupt beendet wurde. Der Zweite Weltkrieg und der Zivilisationsbruch von bis dahin ungekanntem Ausmaß erschütterten die deutsche Identität nachhaltig und erzwangen eine geistige Neuorientierung nach 1945. Die Rezeption Chagalls in Deutschland von 1913 bis heute spiegelt seismographisch all diese Erschütterungen. Heute sind seine Werke sowohl zu Zeugnissen dieses Zivilisationsbruches geworden als auch zu Sinnbildern eines universalen, Länder und Kulturen übergreifenden Humanismus.

Marc Chagall und Deutschland – eine Einführung
Chagall wurde ähnlich wie Van Gogh als bedeutender Künstler der Moderne bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Deutschland entdeckt. Zu den Käufern seiner Werke gehörten deutsche jüdische und nichtjüdische Sammler, die sich für Avantgarde-Kunst interessierten. Eine zentrale Rolle der Vermittlung spielt dabei der Kunstkritiker und Galerist Herwarth Walden. 1912/1913 lernte er Chagall in Paris kennen und stellte von da an seine Werke regelmäßig in der Berliner Galerie “Der Sturm” aus. Durch die kontinuierliche Ausstellungstätigkeit Herwarth Waldens wurde Chagall, der während des Ersten Weltkrieges wieder in Russland lebte, ein berühmter, aber gleichwohl als Person unbekannter Künstler, dessen Werke nicht nur in Privatsammlungen hingen, sondern auch in den Museen von Frankfurt, Mannheim, Essen und Dresden. In deutschen Sammlungen befanden sich Gemälde, die heute zu den absoluten Meisterwerken Chagalls zählen, wie etwa “Ich und das Dorf” 1911, “Golgotha” 1912 (heute beide MOMA New York), “Der Fuhrmann” 1912, “Die Prise” ca. 1921 (heute beide Kunstmuseum Basel), “Der Soldat trinkt’ 1912/1913, “Paris durch das Fenster gesehen” 1913 (heute beide in der Solomon R. Guggenheim Foundation, New York) und “Russland, den Eseln und anderen”, 1911 (heute Musée National d’Art Moderne, Paris).

1922 verließ Chagall Russland für immer und arbeitete von Mai 1922 bis Oktober 1923 in Berlin, bevor er sich endgültig Ende 1923 in Paris niederließ. Der kurze Aufenthalt in Berlin wurde entscheidend für seine künstlerische Karriere, da er hier bei Hermann Stuck und Joseph Budko die Kunst des Holzschnitts und des Radierens erlernte. In Berlin schuf er im Auftrag Paul Cassirers den ersten radierten Zyklus: “Mein Leben”. Dies geschah in einer Zeit, als Berlin eine Hochburg jüdischen Kunstschaffens war. Hier arbeiteten so bedeutende jüdische Künstler wie Jakob Steinhardt, Ludwig Meidner, El Lissitzky, Issachar Beer Ryback, Jankel Adler, die Chagall kannte und die, wie er, gerade in ihren Graphiken ihre jüdische Identität zum Ausdruck brachten. Viele dieser Graphiken dienten gleichzeitig als Textillustrationen. Chagalls Zyklus zu seiner Biographie “Mein Leben” verschränkt Textinhalte und Bild auf eine vollkommen neue Weise und bestätigt auch darin seine herausragende Stellung als jüdischer Künstler. Gleichzeitig machten ihn dieser Zyklus von Radierungen als modernen Graphiker international bekannt. Die in Berlin erlernten graphischen Techniken eröffneten Chagall ein neues künstlerisches Tätigkeitsfeld, mit dem er sich bis ans Lebensende immer wieder beschäftigt hat.

Bis 1933 war Chagall ein anerkannter Maler der Moderne, auch und gerade in Deutschland, wo bedeutende Museumsdirektoren wie Georg Swarzenski und Gustav Friedrich Hartlaub seine Bilder ankauften. Schon 1933 gerieten diese Ankäufe ins Visier nationalsozialistischer Propaganda. Bei der Ausstellung “kulturbolschewistische Bilder” in Mannheim wurde Chagalls berühmtes Gemälde “Die Prise” zusammen mit einem Gemälde Jankel Adlers auf einem Handkarren durch die Straßen gefahren und verhöhnt. 1938 wurden alle Chagall-Gemälde und Aquarelle aus öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt und vier davon auf der Ausstellung “Entartete Kunst” gezeigt (“Purim” aus dem Folkwang Museum Essen, ‚Die Prise’ aus der Kunsthalle Mannheim, “Der Winter”, “Männer mit Kuh” – zwei Aquarelle aus der Städtischen Galerie im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main). Die beschlagnahmten Bilder wurden danach in der Schweiz gegen Devisen verkauft. Sie sind heute in namhaften Museen über die ganze Welt verstreut. Nahezu dasselbe Schicksal erlitten die Werke aus Privatbesitz, z.B. aus der umfangreichen Sammlung Herwarth Waldens, die sich heute in den USA und in der Schweiz befinden.

Chagall selbst hat sich mit der sich anbahnenden deutschen Gewaltherrschaft in Gemälden wie “Einsamkeit” 1933; “Die Zeit ist ein Strom ohne Ufer” 1933/1937 auseinandergesetzt. Als er von der Pogromnacht 1938 erfährt, entsteht ein Hauptwerk: “Die weiße Kreuzigung” (Art Institute in Chicago). Dieses Thema greift er in der Folgezeit immer wieder auf, um Gewalt und Mord anzuprangern (z.B. ‚Die gelbe Kreuzigung’, heute als Leihgabe im Musée d’art et d’histoire du Judaisme, Paris).
In seinen Radierungen zur Bibel, die er 1931 beginnt, setzt er sich gleichfalls mit den Themen Schuld und Sühne, Rache und Verdammnis auseinander, manche Darstellungen wie die Prophezeiungen der Zerstörung Jerusalems erscheinen geradezu als Metaphern auf zeitgenössische Katastrophen. Chagall kann die bereits begonnenen Radierungen zur Bibel in Frankreich nicht mehr vollenden, sondern muss 1944 vor den Deutschen fliehen. Erst nach der Rückkehr aus dem amerikanischen Exil kann er diese Serie 1952-1956 fertig stellen. Bei Erscheinen ist die Auflage sofort vergriffen, unter den Käufern sind jetzt wieder deutsche Kunden, z.B. Bernhard Sprengel aus Hannover.

In den 1950er Jahren wird Chagall erstmals wieder in Deutschland ausgestellt und erweist sich jetzt als Publikumsmagnet. Mit seinen Bildern wird der Wunsch nach Versöhnung assoziiert, Bilder wie “Moses erhält die Gesetzestafeln” und die Radierungen zur Bibel werden zu Ikonen dieses Gedankens stilisiert. Gleichzeitig beginnen Museen mit den Rückkäufen einst beschlagnahmter Bilder und mit Neuerwerbungen. In Frankfurt erwirbt die Adolf-und-Luisa-Haeuser-Stiftung das Gemälde “Commedia dell’Arte“ samt zugehörigen Entwürfen für das Foyer des neuen Schauspielhauses.
Im Zeichen dieser politisch erwünschten Versöhnung erhält Chagall als schon sehr alter Künstler den Auftrag für die Neugestaltung der Fenster von St. Stephan in Mainz, woran sich die Landesregierung Rheinland-Pfalz beteiligt; sie werden sein letztes Werk, das er noch vollenden kann.

Text (Auszug) mit freundlicher Genehmigung des Jüdischen Museums, Frankfurt am Main, © 2004
www.juedischesmuseum.de

Marc Chagall starb 1985 und ruht in Frieden auf dem wunderschönen kleinen Friedhof in St. Paul de Vence in der französischen Provence. Dort war auch sein Atelier, in dem “Commedia dell´Arte” entstand.
www.saint-pauldevence.com

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